| Aisling ( @ 2006-06-29 22:56:00 |
| Entry tags: | autor: aisling 1-100, fandom: highlander 1-100, fanfic, ff25, threesome |
Fanfic 25 Antwort, Prompt 11 Karneval
Titel: Nacht in Venedig
Autor: Aisling
Serie: Highlander
Personen: Amanda/Rebecca/Methos
Typ: Threesome, Romance, PWP, Challenge Antwort, Prompt 11 Karneval
Inhalt: Der Karneval in Venedig hat einen schlechten Ruf.
Disclaimer: Leider gehört Highlander nicht mir, sondern einzig und allein, absolut und unwiderruflich Wyden, Panzer/Davis, Rysher, Miramax. Ich habe sie für ein wenig Spaß geborgt und nicht, um auch nur eine müde Mark damit zu verdienen.
Kommentar: Leider hat mir die Deadline einen Strich durch meine Pläne gemacht. Statt Sex nur Romance.
Beta:
magnifica7
Venedig Februar 1651
Neugierig stieß Amanda die Läden des Fensters auf. Es wurde nicht nur hell, sondern der Lärm der Stadt wurde lauter – es war fast schon unerträglich.
Aber es war zu erwarten gewesen, schließlich hatte sie eine Suite im ersten Stock am Markusplatz gemietet.
Wenn Amanda an das viele Geld dachte, das sie dafür ausgeben musste, bekam sie ein mulmiges Gefühl. Sie hatte die letzten drei Jahre während des Karnevals in Venedig hart gearbeitet statt zu feiern, um sich dieses Jahr die Suite und aufwendige Kostüme zu leisten. Während der zehntägigen Feierlichkeiten würden sie und Rebecca jeden Abend ein anderes Kleid tragen können und die Nächte würde sie nicht allein verbringen. Sie bereute nicht einen einzigen Dukaten, denn zum ersten Mal seit Jahren hatte Rebecca zugestimmt, ihr Schloss zu verlassen und mit ihr etwas zu unternehmen.
„Amanda! Diese Räume sind fantastisch! Du musst ein Vermögen ausgegeben haben. Warum hast du es mir nicht erzählt, dann hätte ich mich an den Kosten beteiligt.“
Rebecca betrat den Raum und Amanda wurde warm ums Herz.
„Ich wollte aber nicht, dass du etwas bezahlst. Du hast mir so oft geholfen, dass ich dir zeigen möchte, was du mir bedeutest.“
Amanda blickte hinaus. Obwohl der Karneval offiziell erst am nächsten Tag beginnen würde, waren schon viele Menschen unterwegs. Und die meisten trugen Kostüm und Maske.
„Das weiß ich doch. Du brauchst deswegen kein Geld auszugeben. Geld, das du niemals ehrlich verdient haben kannst.“
Rebecca trat hinter Amanda und blickte ebenfalls auf das bunte Treiben auf dem Markusplatz hinab.
„Ehrlicher als so manch anderer Mann, der sich hinter einer gutbürgerlichen Maske versteck. Ich habe zumindest nicht mit Absicht einen Menschen verletzt, oder jemanden ruiniert. Und das können nur die wenigsten Reichen von sich behaupten.“
Nach dieser Verteidigungsrede drehte Amanda sich um und sah ihre Freundin an, entdeckte statt eines vorwurfsvollen Ausdrucks nur einige Fältchen, die andeuteten, dass sie mühsam ein Lächeln unterdrückte.
„Rebecca, es ist nicht nett von dir, mich so zu ärgern.“
Doch statt Rebecca einfach stehen zu lassen, nahm Amanda sie in den Arm.
„Was willst du also unternehmen?“
„Hmmm.“ Amanda zögerte mit der Antwort. Solange, bis Rebecca sie kitzelte.
„Das ist nicht fair!“
Grinsend versuchte Amanda, Rebecca festzustoßen. Doch die setzte immer wieder nach, bis Amanda, lachend und außer Atem, aufgab.
„Ich werde morgen den Mann aussuchen, mit dem wir die Nacht verbringen. Und du wirst nicht nein sagen.“
„Das habe ich auch nicht vor. Wie sieht die Planung für heute aus?“
„Ich habe noch keine Pläne, aber lass uns erst baden. Nach der langen Reise brauch ich das.“
Sie hauchte Rebecca einen Kuss auf die Wange und ging dann in das Ankleidezimmer. Direkt vor dem Kamin hatten die Dienstboten eine Wanne platziert. So nah, dass das lodernde Feuer viel Wärme verbreitete.
Ein langer Tag lag vor ihnen. Nach dem Frühstück zogen sie leichtere, nicht ganz so aufwendige Kostüme an, um durch die Stadt zu lustwandeln.
Sie beschränkten sich nicht nur auf den Markusplatz, der hoffnungslos überfüllt war, sondern mieteten sich eine Gondel, mit der sie auch die weniger attraktiven Bereiche der Stadt erkundeten.
Amanda kannte sich bestens aus und unterhielt Rebecca mit einigen Anekdoten von ihren früheren Besuchen in der Lagunenstadt.
Das Mittagessen nahmen sie in ihrer Suite ein und anschließend ruhten sie sich einige Stunden aus. Rebecca hatte in der Bibliothek ein Buch mit orientalischen Sagen entdeckt und las Amanda vor. Dank Rebeccas Unterricht beherrschte auch Amanda diese Kunst aber sie genoss die seltenen Gelegenheiten, in denen sie entspannt in einem Sessel sitzen konnte und von Rebeccas Stimme in eine andere Welt entführt wurde.
Bei Einbruch der Dämmerung, kamen mehrere Mädchen, um ihnen beim Ankleiden behilflich zu sein.
Francesco Molin, der Doge von Venedig, hatte zu einem Empfang geladen. Mit einer unnachahmlichen Mischung aus Glück, List und Vorwitzigkeit hatte Amanda eine Einladung ergattert. Es zahlte sich aus, dass sie seit einigen Jahren regelmäßig in Venedig arbeitete und diverse Kontakte hatte.
Sie hätten zu Fuß zum Palast gehen können, aber das schickte sich nicht. Eine Gondel brachte sie zur Anlegestelle am Canale Grande und Dienstboten halfen beim Aussteigen.
Das Fest war prunkvoll. Und Amanda war mehr als einmal versucht, das eine oder andere Schmuckstück einzustecken, das dazu einlud, mitgenommen zu werden.
Weniger der Gedanke an die einige Stockwerke höher liegenden Bleikammern, die ein sehr unangenehmes Gefängnis sein sollten, sondern die Vorstellung von Rebeccas Enttäuschung, sollte sie etwas davon erfahren, hielt Amanda zurück.
So beschränkte sie sich darauf, mit einem Glas Wein in der Hand und Rebecca an ihrer Seite durch die Säle zu promenieren und die Anwesenden zu betrachten.
Aber es war wie immer und überall: Männer, die es sich leisten konnten, solche Bälle zu besuchen, waren entweder zu alt für ihre Bedürfnisse oder zu hässlich. Oft beides.
Amanda überlegte gerade, ob sie die Feier verlassen sollten, als sie den Buzz spürte.
Sie sah Rebecca an, die mit einem Nicken bestätigte, dass sie den Buzz auch fühlte.
Sie blieben stehen und plauderten unverbindlich über die geschmackliche Entgleisung einer Gräfin bei der Wahl ihres Kleides.
Dabei musterten sie unauffällig die anderen Gäste. Doch niemand benahm sich wirklich auffällig, so dass Amanda ihre Suche aufgeben musste.
Solange sie in der Menschenmenge waren, waren sie geschützt, doch sollten sie die Feier verlassen, waren sie - in diesen Kleidern - schutzlos dem anderen Unsterblichen ausgeliefert. Selbst ihr Schwert, das sie zwischen die Stäbe des Reifrockes geschoben hatte, würde nicht helfen. Selbst wenn sie die Regel brechen würden und gemeinsam den anderen Unsterblichen attackieren würden, hätten sie keine Chance.
Als Rebecca sich räusperte, wusste Amanda, dass sie den Unsterblichen gefunden hatte. So neugierig Amanda auch war, sie wusste, dass sie sich nicht umdrehen durfte.
„Darf ich eine der Damen um den nächsten Tanz bitten?“
Amanda drehte sich um und revidierte ihre Meinung. Es gab hier doch ansehnliche Männer. Er war schlank und hochgewachsen, was durch seine schwarze Kleidung betont wurde. bildeten einen Kontrast zu heller Haut. Der obere Teil seines Gesichts war von einer Larve verdeckt. Seine Wangen waren bartlos und ohne Pockennarben. Er war attraktiv aber kein Schönling, wie man ihn sonst so oft an den Höfen antraf.
„Gern.“
Bevor Rebecca reagieren konnte, streckte Amanda ihre Hand aus. Er ergriff sie, verbeugte sich und führte Amanda auf die Tanzfläche.
Seine Bewegungen waren elegant und erinnerten an ein Raubtier. Er musste der Unsterbliche sein, schien aber nicht auf einen Kampf aus zu sein.
„Mit wem habe ich das Vergnügen?“, fragte Amanda, bevor die Musik begann.
„Mit einem Mann, der nur zu seinem persönlichen Vergnügen hier ist. Was führt Sie in diese Stadt?“
„Das sollte offensichtlich sein: der Karneval.“ Amanda musterte ihn erneut. Von allen Anwesenden würde sie ihn am liebsten mit in ihr Zimmer nehmen, doch sie wollte erst sichergehen. Es sollte für Rebecca eine einmalige Nacht werden.
„Möchten Sie, dass der Aufenthalt unvergesslich wird?“
Er hatte sich vorgebeugt und den Satz in ihr Ohr gehaucht.
Es klang verführerisch. Als die Musik einsetzte, lächelte Amanda ihn an und ließ sich durch die schwierigen Figuren eines Balletto führen.
Auch den nächsten Tanz beanspruchte er für sich und Amanda genoss die Blicke, mit denen er sie musterte. Doch als er um den dritten Tanz bat, schüttelte sie den Kopf.
„Ich bin jetzt schon außer Atem. Aber meine würde sich bestimmt über eine Aufforderung freuen.“
Rebecca stand am Rand der Tanzfläche und hatte sie die ganze Zeit beobachtet. Nicht dass es Amanda gestört hätte – im Gegenteil, die Blicke waren sehr heiß gewesen.
„Wenn Sie nichts dagegen haben…“ Der Unbekannte, brauchte den Satz nicht zu beenden. Amanda wusste, worauf er anspielte.
„Ganz im Gegenteil, mein Lieber, ganz im Gegenteil.“
Sie ließ sich von dem Unbekannten von der Tanzfläche führen, blieb vor Rebecca stehen, nahm ihre Hand und legte sie in die Hand des Fremden.
Rebeccas Lächeln zeigte ihr, dass sie die richtige Wahl getroffen hatte.
Während Amanda beobachtete, wie harmonisch sich die beiden zur Musik bewegten, versuchte ein anderer Mann, Amanda zum Tanz aufzufordern, doch sie ignorierte ihn einfach. Sie sah, wie Rebecca das Zusammensein mit dem Fremden genoss und ganz entspannt war.
Von allen Schmuckstücken, die hier nur darauf warteten, dass Amanda sie pflückte, war er das reizvollste.
Zwei Tänze musste Amanda warten, bis sie zurückkamen. Rebecca war ein wenig erhitzt, ihr Gesicht war gerötet und sie atmete schneller. Auch der Unbekannte wirkte erregt und Amanda setzte alles auf eine Karte.
Sie nahm einem Diener zwei Gläser Wein ab und reichte sie den beiden. Als die beiden etwas zu Atem gekommen waren, stellt sie dem Unbekannten die entscheidende Frage.
„Was halten Sie davon, wenn wir uns zurückziehen? Es sind zu viele Menschen hier.“
Er antwortete nicht sofort, blickte zuerst Rebecca, die ihn anlächelte, an, musterte dann Amanda.
„Es ist schon schwierig, die Wünsche einer Dame zu erfüllen, wie soll ich das bei zwei schaffen?“
Rebecca lachte. Leise und sehr liebevoll.
„Glauben Sie wirklich, dass wir Sie überfordern werden? Wir möchten einige angenehme Stunden verbringen – und das ohne Verpflichtungen. Sie können nein sagen. Die einzige Gefahr ist, dass sie dann von der Gräfin dort hinten zum Tanz aufgefordert werden. Sie beobachtet Sie schon einige Zeit.“
Die Gräfin war über sechzig und übergewichtig. Zudem hatte sie für ihr Kleid einen Farbton gewählt, der nicht zu ihr passte.
„Dann, meine Damen, habe ich ja keine andere Wahl. Retten Sie mich und nehmen Sie mich mit.“
„Ich nehme nur Männer mit, deren Namen ich kenne.“
Rebeccas Stimmer klang wie ein Schnurren.
„Benjamin Adams. In meiner Ahnenreihe gibt es leider keinen Adel. Ich hoffe, dass ich trotzdem Ihren Ansprüchen genügen werde.“
Sie verzichteten darauf, für den Rückweg eine Gondel zu mieten, und gingen zu Fuß. Es war eine kalte Nacht und Amanda war froh, als sie in ihrer Suite ankamen.
Die Mädchen hatten dafür gesorgt, dass das Feuer im Kamin nicht erloschen war. Rebecca stellte sich dicht an die Flammen, um sich aufzuwärmen.
Amanda kuschelte sich an ihre Freundin, um etwas von der Wärme abzubekommen – wohl bewusst, dass sie von Benjamin beobachtet wurden. Sie hauchte einen Kuss in Rebeccas Halsbeuge.
„Bist du bereit?“
„Mehr als bereit.“
Das war alles, was Amanda wissen wollte. Sie küsste erneut Rebeccas Halsbeuge, knabberte an ihrem Hals, neckte mit ihren Zähnen die empfindliche Stelle hinter Rebeccas Ohr und arbeitete sich dann langsam weiter. Erst die Wange, dann die Nasenspitze und dann küsste sie Rebecca auf den Mund.
Rebecca empfing nicht nur die Zärtlichkeiten. Deutlich konnte Amanda spüren, wie Finger über ihr Kleid tasteten, bis sie die Verschnürung fanden.
„Brauchen die Damen Hilfe?“
Weitere Hände berührten Amandas Rücken, die Schnürung wurde gelockert und raue – aber nicht zu raue - Männerhänden begannen, sie zu entkleiden. Doch bevor er das Kleid hinabschob, nahm Amanda seine Hand und legte sie auf Rebeccas Brust. Er verstand ohne Worte, streichelte Rebecca, liebkoste sie.
Egal, was in dieser Nacht geschah, die Masken würden nicht abgelegt werden.
Ursprünglich hatte Amanda vorgehabt, jede Nacht ein neues Abenteuer einzugehen, doch nach der ersten Nacht mit Benjamin änderte sie ihre Meinung. Sie redeten nicht viel miteinander, doch sie verbrachten den ganzen Karneval zusammen. Es ging sogar soweit, dass Benjamin bei ihnen einzog, damit sie jede Sekunde auskosten konnten.
Als der Karneval vorbei war, wusste Amanda, dass Benjamin ein Mann mit vielen Geheimnissen war. Es kümmerte sie nicht. Schließlich hatte sie Jahrhunderte Zeit, ihn zu enträtseln. Er war ein Mann mit vielen Masken.
Bei ihrer Abreise reservierten sie die Suite für das nächste Jahr. Amanda wusste, dass sie dafür hart arbeiten musste, aber das war es wert. Jede Nacht mit Benjamin und Rebecca war der Himmel auf Erden.