| Ihu la Seraphita ( @ 2007-08-17 12:18:00 |
| Current location: | Cologne, Germany (Office) |
| Current mood: | content |
| Current music: | Natasha Bedingfield ~ Unwritten (via iPod) |
| Entry tags: | laseraphita, queer as folk, queerasfolk-briankinney-tab2 |
Queer as Folk ~ Brian Kinney (Jugendtraum)
Titel: Jugendtraum
Autor:
laseraphita
Fandom: Queer as Folk
Charaktere: Brian Kinney, Michael Nowotny
Tabelle: #2
Song: Natasha Bedingfield ~ Unwritten
Word Count: 1.888 (ohne Songtext)
Rating: M+ (Rated for Safety)
Disclaimer: Queer as Folk gehört mir nicht, ich habe mir die Figuren, Schauplätze und Handlungen nur ausgeliehen und verdiene damit auch kein Geld!
Anmerkung: Die Handlung ist 'Pre-Series' gesetzt, da Michael und Brian ja noch Jugendliche sind. Irgendwie fand ich interessant, dass ein bisschen zu beleuchten, warum Brian in der ersten Season so ist, wie er ist.
Zusammenfassung:
Brian und Michael machen blau und finden sich in einer ziemlich verlassenen Gegend wieder. Brian fasst einen Entschluss, der seine Zukunft als Erwachsener prägen soll.
JUGENDTRAUM
(Unwritten)
Mr McCoy war ein anständiger Bürger. Er ging jeden Morgen in einem neuen Anzug aus dem Haus, kam immer zehn Minuten zu früh zu Arbeit und bezahlte pünktlich seine Rechnungen. Er konnte sich stets darauf freuen, dass das Essen gekocht war, wenn er am Abend zu seiner heilen Familie zurück kam. Sein Sohn hatte die Hausaufgaben erledigt, seine Frau die Wohnung geputzt und jeden zweiten Donnerstag, wenn ihr Junge beim Eishockey Training war, hatten Mr und Mrs McCoy während der Wiederholung von Jerry Springer Sex. Und wenn er dann am nächsten Morgen aufwachte zog er sich wieder einen neuen Anzug an, band sich seine Krawatte und fuhr zur Arbeit. Alles ging seinen geregelten Gang und er fand es gut so.
Seine Arbeit füllte Mr McCoy voll und ganz aus und er war stolz auf das, was er in seinem Leben schon erreicht hatte, besonders, wenn er sich nach einem Verkaufsgespräch zufrieden in seinem Stuhl zurücklehnen und eine Tasse Kaffee trinken konnte. Aber leider gab es auch in seinem Beruf nicht nur glanzvolle Tage. Manchmal kamen einfach nicht viele Interessenten, aber manchmal gab es immer jemanden, der es darauf anlegte, seinen Tag zu ruinieren.
Mr McCoy sah sich im Schauraum des Autohauses um und spielte mit dem Putzlappen in seiner Hand. Überall standen exklusive Jeeps und Gelände- und Sportwagen in allen erdenklichen Lackierungen und durch das gebrochene Licht des Glas-und-Plastik-Komplexes des Autohauses funkelten die Autos wie riesige Juwelen. Unermüdlich suchte er die makellosen Oberflächen nach einem Ölfleck und Staub ab, doch seine Augen entdeckten nichts. Nun, fast nichts.
Seit fast zwanzig Minuten standen zwei Jungen draußen vor der gläsernen Außenwand des Ausstellungsraumes und pressten die Hände links und rechts neben ihren Gesichtern gegen die Scheiben, um die Autos besser begaffen zu können. Die beiden waren nicht älter als 16 oder 17 Jahre, beide von ähnlicher Statur und Haarfarbe. Der eine hatten einen recht scheuen Gesichtsausdruck, als wäre er nicht ganz freiwillig hier, doch der andere Junge trug die ganze Zeit ein gehässiges Grinsen zur Schau, als wüsste er Dinge, von denen McCoy keine Ahnung hatte. Der zweite Junge war schon häufiger hier gewesen, er wusste es genau und er machte sich eine geistige Notiz, dass er die Polizei rufen würde, wenn er ihn noch einmal belästigte. Wenn sie doch nur endlich verschwinden würden, sie vertrieben ihm bloß die ganze Kundschaft.
McCoy zog die Augenbrauen zusammen und zog die Mundwinkel nach unten, grimassierte solange, bis er glaubte, dass er nun erzürnt und bedrohlich wirkte. Er nickte den Jungen zu, hob drohend den Zeigefinger. Doch die Jungen taten so, als hätten sie ihn nicht gesehen.
"Gott, und ich dachte schon, er könnte nicht noch beschissener aussehen!" rief Brian und lachte laut auf. Er wusste genau, dass der kleine spießige Autohändler, dem sie auf den Geist gingen, ihn wiedererkannte und irgendwie fühlte er sich dadurch irgendwie geschmeichelt und machtvoll.
"Ich weiß ja nicht, wie du darüber lachen kannst!" ereiferte sich Michael, der schon die ganze Zeit ziemlich unruhig gewesen war. "Wir sollten in der Schule sein. Scheiße, ich will gar nicht daran denken, was passiert, wenn ich wieder nachhause komme. Meine Mutter wird mich umbringen. Nein, sie wird es dich umbringen und mich zwingen, dabei zuzusehen und dann wird sie mich langsam und genüsslich zu Tode foltern..."
"Michy...", begann Brian und grinste ihn an. "Halt die Klappe."
Sein bester Freund öffnete den Mund voller Verblüffung, entschied sich aber dann, nichts mehr zu sagen, sondern starrte wieder in den Schauraum des Autohauses.
Sie sahen beide ziemlich abgerissen aus. Michaels Jeans war an einem Knie aufgerissen und Brians Hemdärmel hatte zwei große Löcher, die er sich zugezogen hatte, als sie hinter der Schule über den Zaun geklettert und im dichten Gestrüpp gelandet waren. Brian konnte in der Glasscheibe die Erdflecken auf seinem Gesicht und seiner Kleidung sehen und auch Michael war von oben bis unten mit braunen Streifen bedeckt, seit sie durch ein Blumenbeet gekrochen waren, um den Blicken ihres Rektors zu entgehen. Er warf seinem besten Freund ein schelmisches Grinsen zu. Auch wenn Michael sich schrecklich vor dem fürchtete, was ihn daheim und in der Schule erwartete, Brian war glücklich, dass er trotzdem mit ihm gekommen war.
Michael zuckte er zurück als Brian seine Hand nahm und sie fest drückte, doch dann lächelte er und die Sorgen wichen für einen Moment aus seinem Gesicht.
"Siehst du den schwarzen Jeep da drüben.", sagte Brian mit diebischer Freude, als McCoy sich über einen Geländewagen beugte und die Einstellung des Lenkrades überprüfte. "So einen werd' ich irgendwann mal fahren. Und dann bin ich der König der Straße."
Michael grinste.
"Du hast ja noch nicht einmal einen Führerschein. Und außerdem: Wo willst du das Geld dafür hernehmen? Willst du es deinem Vater aus den Rippen leiern?"
Brian warf ihm einen verächtlichen Blick zu. "Das könnte ihm wohl gefallen. Nein, der Wagen, den werd' ich mir selbst erarbeiten. Er ist ein Geschenk an mich. Aber in diesem Schuppen hier werd' ich ihn mal garantiert nicht kaufen."
Mit zusammen gekniffenen Augenbrauen sah Michael zu ihm hinüber.
"Wieso das denn nicht, die sehen doch hier alle echt klasse aus?!"
Brian gab ein kurzes, kehliges Lachen von sich.
"Soll ich dir mal was über Mr Autohändler-Des-Monats erzählen?" meinte er und legte den Arm um Michael. Mit seiner besten, mysteriösesten Erzählerstimme fuhr er fort: "Es muss vor einem, ja, fast zwei Monaten gewesen sein, es hat ganz schrecklich geredet, man dachte, gleich geht die Welt unter. Es war Abend und ich hatte mich mit Dad gestritten. Na ja, und dann bin ich die Straße entlang gelaufen und hab dieses Autohaus hier entdeckt. Ich hab von draußen reingesehen und mich in diesen Wagen verliebt."
Brian seufzte zufrieden.
"Und was ist mit dem Typen?" fragte Michael ungeduldig.
"Tja, also, ich weiß nicht, wie lange ich so da stand, von oben bis unten durchnässt, jedenfalls kam dann Mr Autohändler um die Ecke, telefonierte. Wahrscheinlich hat er seinem braven Frauchen gesagt, dass er länger bleiben muss. Dann hat er angefangen, alle Wagen auf Fettflecken zu untersuchen. Als er bei dem roten Sportwagen da drüben ankam, da hat er sich rein gesetzt und rate mal, was er dann gemacht hat."
Michael starrte ihn fragend an, als wüsste er nicht, worauf Brian hinauswollte.
"Keine Ahnung, aber du wirst es mir ja sicherlich gleich sagen, oder?"
"Oh ja!", sagte Brian vergnügt, "Also. Er saß im Wagen, ganz allein, weil wohl seine Kollegen alle schon Feierabend hatten und wartete auf den Wachdienst. Da hat er ganz zärtlich übers Lenkrad gestreichelt. Er entspannt sich, er sieht aus, als wäre er high. Und dann seh' ich plötzlich, wie er sich die Hose seines feinen Anzugs aufmacht und anfängt sich einen von der Palme zu wedeln."
Seinem besten Freund klappte der Kiefer runter.
"Du meinst, er hat es sich selber gemacht? Als er im Wagen saß?!"
Er wandte der Sichtscheibe den Rücken zu, bückte sich nach seiner Schultasche und warf sie sich über die Schulter. "Ganz recht. Ganz langsam und vorsichtig, als wüsste er nicht mehr wie man wichst. Ich hab einfach so da gestanden und ihn angestarrt. Eigentlich wollte ich nicht hinsehen, aber wegsehen konnte ich auch nicht. War irgendwie widerlich, wie sich diese verklemmte Spießer-Hete Einen runtergeholt hat."
"Hat er dich gesehen?" hakte Michael nach, der begierig und angewidert zugleich schien. Die Angst vor seiner Mutter schien wie weggefegt von Brians Geschichte und er schien an seinen Lippen zu hängen, während er den Rucksack schulterte und sie zurück zur Straße gingen.
"Ja, aber erst als er dabei war, sein Sperma von der Windschutzscheibe zu wischen. Seitdem läuft er immer mit einem Lappen in der Tasche durch die Gegend."
Brian beobachtet, wie Michael das Gesicht zu einer Grimasse der Abscheu verzog. Jetzt konnte er sich wohl denken, warum Brian sein Traumauto nicht bei diesem kleinen Wicht kaufen wollte.
"Gott, warum passiert dir so was immer, wenn ich nicht dabei bin?" fragte Michael und Brian war sich nicht ganz sicher, ob sein Freund es wirklich bedauerte, nicht dabei gewesen zu sein.
Sie gingen gemeinsam die Straße entlang, doch weit und breit waren keine Fußgänger zu sehen. Brian wunderte das nicht, denn entlang der Straße reihten sich bis Möbelhäuser, Autohäuser und Textilgeschäfte aneinander. Der Tag war ohnehin grau und matt und bei diesem ungemütlichen Wetter ging keiner freiwillig vor die Tür.
Schweigend gingen sie weiter, ließen das Autohaus und Mr McCoy hinter sich zurück. Es begann zu nieseln, als Brian sich eine Zigarette anzündete und überlegte, wohin sie als Nächstes gehen konnten. Am liebsten würde er einfach nur immer weiter diese Straße entlang gehen, selbst wenn sie am Ende des Tages nass bis auf die Knochen sein und schrecklichen frieren würden. Die Bewegung gab ihm das Gefühl – und wenn es nur vorübergehend war – dass er all den Wahnsinn, die Regeln und die Pflichten für einen kleinen Moment lang vergessen konnte. Er wollte sich freimachen von all den Erwartungen, die anderen an ihn stellten, Formen und Schubladen, in die man ihn zu pressen versuchte. All das kotzte ihn einfach nur tierisch an. Brian konnte es kaum erwarten endlich von zuhause wegzukommen von seinem egozentrischen Vater, seiner gefühlskalten Mutter und seiner hysterischen Schwester. Was musste das für ein Gefühl sein, endlich sein eigener Meister zu sein, nicht nur ein kleine Angestellte und Fußabtreter der Nation, und tun zu können, wonach ihm gerade der Sinn stand. Sich einfach mal keine Sorgen machen. Aber noch stand seine Zukunft in den Sternen. Doch Brian hatte den Entschluss gefasst, er würde kein Mr Autohändler-Des-Monats werden, ein armes Würstchen, dass sich mit dem zufrieden gab, was man ihm übrig gelassen hatte. Wenn es soweit war, dass er die Mittel hatte, um nach Freiheit zu streben, würde ihn niemand, der einmal den Namen Brian Kinney gehört hatte, ihn wieder vergessen können.
I am unwritten
Can't read my mind
I'm undefined
I'm just beginning
The pen's in my hand
Ending unplanned
Staring at the blank page before you
Open up the dirty window
Let the sun illuminate the words that you can not find
Reaching for something in the distance
So close you can almost taste it
Release your inhabitions
"Michy?"
"Hm?"
"Du musst mir was versprechen."
Brian blieb abrupt stehen und berührte Michael am Arm. Mit gefasster Miene schaute er ihm tief in seine dunkelbraunen Knopfaugen, damit er auch ja begriff, wie todernst es ihm war. Es war offensichtlich, dass Michael sich nicht ganz sicher war, was er davon halten sollte, doch Brian wusste, dass er ihm nie einen Wunsch oder ein Versprechen abschlagen würde. Das lag nicht in seiner Natur.
"Schwöre mit bei Captain Astros Grab, dass du mich erschießt, wenn ich jemals so eine erbärmliche Gestalt werde!"
Brian hatte erwartet, dass Michael ihn auslachte oder ihn seiner üblichen, hektischen Art fragte, was er denn genommen hätte, dass er auf solche Gedanken kam, doch es passierte nichts. Michael stand nur vor ihm, erwiderte seinen Blick und nickte, ein kleines Lächeln auf den Lippen. Dankbarkeit flutete durch Brians Adern. Er hatte selbst nicht gewusst, wie ernst es ihm mit seinen Träumen war.
Brian schlang die Arme fest um Michaels Schultern, der sich willig an seine Schulter lehnte und die Umarmung erwiderte. Der Regen wurde immer stärker und tropfte von ihren Haaren und den kaputten Klamotten herunter, doch es störte sie nicht. Es verging eine ganze Weile, bevor sie einander erneut ansahen und Brian sich ein Lächeln gestattete.
"Wenn ich nicht nicht hätte..." begann er.
"...wärst du ganz schön am Arsch.", vollendete Michael den Satz für ihn.
Brian kicherte leise, dann küsste ihn liebevoll und es gab nichts mehr zu sagen und keine Mauern, die sie überwinden mussten. Er wusste, was auch kommen sollte, welche Steine ihm das Leben noch in seinen Weg der Selbstverwirklichung legen würde, er würde immer auch Michael zählen können.
Feel the rain on your skin
No-one else can feel it for you
Only you can let it in
No-one else, no-one else
Can speak the words on your lips
Wrench your self in words unspoken
Live you life with arms wide open
Today is where your book begins
The rest is still unwritten.
content